Du hast einen Minecraft-Server zu Hause laufen — alles funktioniert, Vanilla pur, vielleicht ein paar Paper-Plugins. Aber jetzt willst du mehr: neue Biome, Koch-Mods, Deko-Elemente, richtiges Modding. Das Problem: PaperMC und Fabric-Mods sind nicht kompatibel. Paper versteht keine serverseitigen Mods mit neuen Items, Blöcken oder Mechaniken.
Die Lösung ist ein paralleler Fabric-Server — komplett getrennt von deiner Paper-Installation, mit eigenem Mod-Loader und einer eigenen Mod-Welt. In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich meinen Fabric-Server „Sumpfland" auf Linux aufgesetzt habe, welche Mods ich installiert habe und worauf du beim Betrieb achten musst.
Warum ein zweiter Server?#
In meinem Setup läuft bereits ein PaperMC-Server für Vanilla-Plugins. Fabric-Mods brauchen den Fabric-Loader — und der ist inkompatibel mit Paper. Also habe ich mich für einen zweiten, parallelen Server entschieden:
| Eigenschaft | PaperMC-Server | Fabric-Server |
|---|---|---|
| Fokus | Plugins (vanilla-kompatibel) | Mods (neue Blöcke, Items, Mechaniken) |
| Mod-Loader | Keiner (Paper) | Fabric Loader |
| Verzeichnis | ~/minecraft/server/ | ~/minecraft/fabric-server/ |
Beide Server laufen auf demselben Host — ein ThinkCentre M715q Gen. 2 — aber in komplett getrennten Verzeichnissen. Kein Risiko, dass einer den anderen beeinflusst.
Hinweis zu Mods vs. Add-ons: Mods gibt es nur für die Java Edition. Die Bedrock Edition nutzt Add-ons, die deutlich eingeschränkter sind (JSON/Skript-basiert). Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die Java Edition mit Fabric.
Voraussetzungen#
Bevor du loslegst, brauchst du:
- Java 21 (für Minecraft 1.21.x) oder Java 25 (für Minecraft 26.x)
- Einen Linux-Host (bei mir ein ThinkCentre, aber jeder andere Server tut’s auch)
- Mindestens 4 GB RAM für den Server (bei über 20 Mods wie in diesem Setup eher 6–8 GB einplanen)
tmuxfür Hintergrundbetrieb (optional, aber empfohlen)curlundjq(für Mod-Downloads und mein Update-Skript)
Java prüfen und bei Bedarf installieren:
java -version
# Falls nicht vorhanden:
sudo apt install openjdk-25-jre-headlessSchritt 1: Verzeichnis anlegen#
Erstelle einen eigenen Ordner für den Fabric-Server — komplett getrennt von einem bestehenden Paper-Server:
cd ~/minecraft
mkdir fabric-server
cd fabric-serverSchritt 2: Fabric-Server-JAR herunterladen#
Fabric bietet eine Meta-API, über die du die Server-JAR direkt laden kannst — kein separater Installer nötig. Die URL folgt diesem Muster:
https://meta.fabricmc.net/v2/versions/loader/{minecraft_version}/{loader_version}/{installer_version}/server/jarFür Minecraft 26.2 mit Fabric Loader 0.19.3:
curl -OJ https://meta.fabricmc.net/v2/versions/loader/26.2/0.19.3/1.1.1/server/jarDie heruntergeladene Datei heißt ähnlich wie fabric-server-mc.26.2-loader.0.19.3-launcher.1.1.1.jar.
Schritt 3: EULA akzeptieren#
Bevor der Server startet, musst du die End User License Agreement akzeptieren:
echo "eula=true" > eula.txtSchritt 4: Fabric API installieren#
Die Fabric API ist die Grundlage fast aller Fabric-Mods. Ohne sie funktionieren die meisten Erweiterungen nicht.
mkdir -p mods
cd mods
curl -OJ "https://cdn.modrinth.com/data/P7dR8mSH/versions/Cpy2Px2f/fabric-api-0.154.0%2B26.2.jar?mr_download_reason=standalone&mr_game_version=26.2&mr_loader=fabric"
cd ..Wichtig: Die URL enthält
&-Zeichen — immer in Anführungszeichen setzen, sonst bricht die Shell den Befehl ab. Falls der Dateiname URL-kodierte Zeichen enthält (%2Bstatt+), umbenennen:
mv "fabric-api-0.154.0%2B26.2.jar" "fabric-api-0.154.0+26.2.jar"Schritt 5: Start-Skript erstellen#
Erstelle eine start.sh, um den Server komfortabel zu starten:
#! /bin/bash
java -Xmx4G -Xms2G -jar fabric-server-mc.26.2-loader.0.19.3-launcher.1.1.1.jar noguiAusführbar machen:
chmod +x start.shDie RAM-Werte (-Xmx, -Xms) an deinen Host anpassen. Mit 4 GB max und 2 GB
startend lief es bei mir mit allen Mods und vier Spielern stabil — bei einer
umfangreicheren Modliste oder mehr Spielern gleichzeitig würde ich eher mit 6 GB
(-Xmx6G) planen.
Schritt 6: Server mit tmux im Hintergrund starten#
Für den Dauerbetrieb empfehle ich tmux — der Server läuft dann weiter, auch
wenn du das Terminal schließt:
tmux new -s fabric-server
cd ~/minecraft/fabric-server
./start.shSession verlassen (Strg+B, dann D), wieder anschauen mit tmux attach -t fabric-server, alle Sessions auflisten mit tmux ls. Den Server sauber stoppen
mit dem Befehl /stop in der Konsole.
Konfiguration: server.properties#
Beim ersten Start erzeugt Fabric eine server.properties mit Standardwerten.
Die wichtigsten Anpassungen:
difficulty=normal
level-name=deine-welt
max-players=6
motd=§2Dein Server §8| §fMinecraft Fabric §a❤
server-port=25566Wenn du parallel einen Paper-Server auf demselben Host betreibst, einen anderen
Port wählen (Standard ist 25565). Die MOTD unterstützt Farbcodes — §2 ist
dunkelgrün, §a hellgrün, §f weiß, §l fett, §o kursiv.
Operator-Rechte vergeben#
Auf einem frischen Fabric-Server hat niemand Operator-Rechte. In der Server-Konsole (tmux):
op dein-usernameFür weitere Spieler wiederholen. Ohne OP-Rechte funktionieren Befehle wie
/gamerule oder /kick im Spielchat nicht — über die Server-Konsole (tmux)
funktionieren Admin-Befehle dagegen immer, unabhängig vom OP-Status.
Server-Icon#
Ein individuelles Server-Icon ist ein PNG in exakt 64×64 Pixel, abgelegt als
server-icon.png im Hauptverzeichnis (gleiche Ebene wie eula.txt). Nach dem
Kopieren einen Neustart durchführen.
Mod-Auswahl: Was macht den Server aus?#
Jetzt kommt der interessante Teil — die Mods. Meine Auswahl zielt auf familienfreundliches Gameplay: Farming, Kochen, Deko, Weltgenerierung und Performance. Keine aggressive PvP- oder Tech-Mods.
Hier sind die Highlights meiner Mod-Liste:
Weltgenerierung: Terralith#
Terralith verändert die Weltgenerierung fundamental — über 95 neue Biome, Canyons, schwebende Inseln, Ozeangräben. Der Clou: es nutzt ausschließlich Vanilla-Blöcke. Das Inventar bleibt unverändert, nur die Landschaft wird vielfältiger.
Wichtig: Terralith muss vor der Generierung der Welt installiert sein. Nachträglich hinzugefügt drohen Chunk-Grenzen-Fehler und Terrain-Brüche. Bei uns war es von Anfang an dabei.
Da Terralith keine neuen Blöcke oder Items registriert, muss es nur auf dem Server installiert sein und der Client merkt technisch gar nicht, dass Terralith läuft. Die zusätzliche Abhängigkeit Lithostitched (Library-Mod für Weltgenerierung) ist ebenfalls nötig.
Farming & Kochen: Farmer’s Delight + Rustic Delight + Ube’s Delight#
Farmer’s Delight ist das Herzstück des Farming-Gameplays: neue Feldfrüchte, Küchengeräte, Gerichte und ein eigenes Kochsystem. Darauf aufbauend:
- Rustic Delight — Pancakes (6 Geschmacksrichtungen), Kaffee, Paprika, Baumwolle, Calamari
- Ube’s Delight — philippinisch inspiriert: Ube (violette Süßkartoffel), Knoblauch, Ingwer, Ube Milk Tea, Halo Halo und einiges mehr
Alle drei Mods sind additiv — sie fügen dem Spiel neue Inhalte hinzu, ohne das Grundspiel zu verändern. Vanilla-Items behalten ihre Funktion und bekommen zusätzliche Rezeptmöglichkeiten.
Deko: Beautify + Storage Delight + Too Many Paintings#
Für optisch ansprechende Bauten:
- Beautify Refabricated — Hängetöpfe, Jalousien, Bilderrahmen, neue Lichtquellen (Bambus-Laternen, Kronleuchter), Gitter und mehr
- Storage Delight — Schubladen, Bücherregale mit Türen, Glasschränke, Einzeltür-Schränke
- Too Many Paintings — deutlich mehr Gemälde mit durchsuchbaren GUI zur Auswahl
Komfort: Comforts + Sit Anywhere + JourneyMap#
- Comforts — Schlafsäcke und Hängematten zum Tag/Nacht überspringen
- Sit Anywhere! — auf fast beliebigen Blöcken sitzen (Treppen, Zäune) per Rechtsklick
- JourneyMap — Minimap im Spiel plus Web-Map für den Browser (Port 8080)
Performance: Lithium + Spark + Better Fabric Console#
- Lithium — optimiert die interne Server-Spiellogik (Mob-KI, Redstone, Weltticking) für bessere Performance
- Spark — Profiling-Tool zur Diagnose von Lag-Spikes und TPS-Einbrüchen
- Better Fabric Console — farbige Log-Ausgabe und Tab-Vervollständigung in der Server-Konsole
Achtung: Better Fabric Console benötigt zusätzlich adventure-platform-fabric als Abhängigkeit. Ohne diese Datei startet der Mod ohne Farbausgabe.
Technik: Carpet + The Möbius Automata#
Für Redstone- und Technik-Interessierte:
- Carpet — zusätzliche Server-Regeln, Debug-Werkzeuge, Redstone-Analysehilfen
- The Möbius Automata — ein auf Carpet aufbauender Bot-Mod, der Spieler automatisiert jagen, bauen und minen lässt
Rezept-Übersicht: JEI#
JEI (Just Enough Items) zeigt alle Rezepte und Item-Verwendungen direkt im Inventar an — besonders hilfreich mit Farmer’s Delight. Seit Minecraft 1.21.2 werden Rezepte serverseitig synchronisiert, daher muss JEI auf Server und Client installiert sein.
Server-Analytics: Plan#
Plan | Player Analytics liefert ein Web-Dashboard mit Spielzeiten, Login-Historie und Server-Performance-Trends. Erreichbar im lokalen Netzwerk unter Port 8804.
Mod-Installation auf dem Client#
Im Gegensatz zu Ressourcenpacks werden Fabric-Mods nicht automatisch an Clients verteilt. Jeder Mod, der neue Blöcke oder Items hinzufügt, muss manuell auf jedem Client in exakt derselben Version installiert werden.
Über den Prism Launcher geht das einfach: Mod-Verwaltung → Mod suchen → passende Version hinzufügen. Die Faustregel:
- Neue Blöcke/Items (z. B. Farmer’s Delight) → Server und Client
- Weltgenerierung oder Balance (z. B. Terralith, Lithium) → nur Server
- Server-Konsole / Analytics (z. B. Better Fabric Console, Plan) → nur Server
Fehlt ein Mod oder stimmt die Version nicht überein, gibt der Client beim Verbindungsversuch eine Fehlermeldung mit den fehlenden Mods aus.
Mods automatisch updaten#
Bei über 20 Mods wird das manuelle Nachschauen mühsam. Ich habe ein Bash-Skript
check-updates.sh, das alle .jar-Dateien im mods-Ordner per SHA1-Hash gegen
die Modrinth API prüft:
./check-updates.shDas Skript zeigt eine Übersicht (geprüft / aktuell / Update verfügbar) und fragt
bei gefundenen Updates nach, ob diese direkt installiert werden sollen. Alte
Dateien werden per mv gesichert, bei erfolgreichem Download wird das Backup
gelöscht.
#!/bin/bash
cd "$(dirname "$0")/mods" || { echo "❌ mods folder not found!"; exit 1; }
# Collect SHA1 hashes of all jars
hashes=$(sha1sum *.jar | awk '{print "\""$1"\""}' | paste -sd, -)
response=$(curl -s -X POST "https://api.modrinth.com/v2/version_files/update" \
-H "Content-Type: application/json" \
-d "{\"loaders\":[\"fabric\"],\"game_versions\":[\"26.2\"],\"algorithm\":\"sha1\",\"hashes\":[$hashes]}")
total=0
outdated=0
up_to_date=0
not_found=0
outdated_files=()
outdated_targets=()
outdated_urls=()
for jarfile in *.jar; do
total=$((total + 1))
hash=$(sha1sum "$jarfile" | cut -d' ' -f1)
latest_hashes=$(echo "$response" | jq -r --arg h "$hash" '.[$h].files[]?.hashes.sha1 // empty')
if [ -z "$latest_hashes" ]; then
not_found=$((not_found + 1))
continue
fi
if grep -qx "$hash" <<< "$latest_hashes"; then
up_to_date=$((up_to_date + 1))
else
outdated=$((outdated + 1))
latest_file=$(echo "$response" | jq -r --arg h "$hash" '.[$h].files[0].filename // empty')
latest_url=$(echo "$response" | jq -r --arg h "$hash" '.[$h].files[0].url // empty')
echo "🔄 Update available: $jarfile -> $latest_file"
outdated_files+=("$jarfile")
outdated_targets+=("$latest_file")
outdated_urls+=("$latest_url")
fi
done
echo ""
echo "----------------------------------------"
echo "📦 Total files checked: $total"
echo "✅ Up to date: $up_to_date"
echo "🔄 Updates available: $outdated"
echo "❓ Not found on Modrinth: $not_found"
echo "----------------------------------------"
if [ "$outdated" -eq 0 ]; then
exit 0
fi
echo ""
read -p "Do you want to update these $outdated mod(s) now? [y/N] " confirm
if [[ ! "$confirm" =~ ^[Yy]$ ]]; then
echo "Aborted, no changes made."
exit 0
fi
echo ""
for i in "${!outdated_files[@]}"; do
old="${outdated_files[$i]}"
new="${outdated_targets[$i]}"
url="${outdated_urls[$i]}"
backup="${old}.bak"
echo "➡ Updating $old -> $new"
mv "$old" "$backup"
if curl -sfL -o "$new" "$url"; then
rm "$backup"
echo " ✅ Success, backup removed."
else
mv "$backup" "$old"
echo " ❌ Download failed, restored original file."
fi
done
echo ""
echo "Done."Wichtig: Vor dem Ausführen den Server stoppen — keine
.jar-Datei austauschen, während sie geladen ist. Das Skript benötigtjq(apt install jq).
Fazit#
Ein Fabric-Server neben einem PaperMC-Server zu betreiben ist unproblematisch: getrenntes Verzeichnis, Fabric Loader per Meta-API, Fabric API als Grundlage, und dann nach Lust und Laune Mods nachlegen. Der Aufwand für die initiale Einrichtung liegt bei unter 30 Minuten — alles danach ist Mod-Auswahl und Konfiguration.
Für mich war der größte Gewinn die Kombination aus Terralith (visuell abwechslungsreiche Welt) und den Delight-Mods (entspanntes Farming und Kochen). Das ergibt einen Server, auf dem die ganze Familie mitmachen kann — ohne aggressive Gameplay-Veränderungen. Den PaperMC werde ich nur noch als Backup aufbewaren und irgendwann löschen.
Wenn du Fragen hast oder selbst einen Fabric-Server betreibst: lass es mich wissen. Ich freue mich über Kommentare und Tipps für die Mod-Konfiguration.
Liebe Grüße
Sebastian






